Gabionen

Gabionen, auch Drahtkörbe, Gitterkörbe, Schüttkörbe oder Steinkörbe genannt, sind zumeist mit Steinen gefüllte, verzinkte Drahtkäfige. Sie sind würfel- oder quaderförmig. Der Begriff stammt aus dem Italienischen und bedeutet „großer Käfig“.

Aus Weiden geflochtene Gabionen kannten schon die alten Römer. Ende des 19. Jahrhunderts gab es erstmals sogenannte Sackgabionen aus Drahtgitternetzen. Gabionen werden heute hauptsächlich zur konstruktiven Böschungssicherung, für die Befestigung von Wegen und Ufern, zur Abgrenzung von Grundstücken und als Sicht- oder Lärmschutz eingesetzt. Dabei sind sie eine preiswerte Alternative zu Fertigteilen oder festen Mauern aus Beton. Häufigste Steinsorten sind Granit, Basalt, Quarzit, Dolomit und Kalkstein. Je nach Einsatzzweck können sie als schlanke, hochformatige Quader oder auch als wuchtige Würfel auftreten. Gabionen können gestapelt und seitlich verbunden werden. Damit lassen sich ohne weiteres große und voluminöse Mauern gestalten.

Auch im privaten Gartenbereich erfreuen sich Gabionen seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit und sind hier eine optisch und preislich interessante Alternative zu Mauern aus Beton oder Natursteinen. Durch die Wahl des Füllmaterials lassen sich vielfältige Wirkungen erzielen. Besonders die mit Natursteinen befüllten Gabionen bilden einen reizvollen Kontrast zwischen der technischen Gradlinigkeit der Körbe und den unregelmäßigen Formen der Bruchsteine. Einzelne Gabionen im Wechsel mit Heckenpflanzen ergeben eine ansprechende und reizvolle Garteneinfassung. Optisch verfeinern kann man Gabionen mit manuell geschichteten Steinen an den Sichtseiten, während dahinter die Steine locker eingeschüttet werden. Eine Gabione kann auch das Fundament für eine Sitzbank oder einen Tisch im Außenbereich bilden.

Diurch die vielen Hohlräume bieten Gabionen vielen Kleinlebewesen eine ökologische Nische

Diurch die vielen Hohlräume bieten Gabionen vielen Kleinlebewesen eine ökologische Nische

Durch ihren massiven Inhalt eignen sich Gabionen hervorragend als Lärmschutzwände. Da sie überwiegend aus natürlichem Material bestehen, sind Gabionen auch sehr umweltfreundlich: durch die lockere Füllung bleiben sie wasser- und luftdurchlässig und bieten Kleinlebewesen ausgezeichnete Rückzugsmöglichkeiten. Außerdem lassen sie sich zusätzlich noch begrünen.

Gabionen sind äußerst pflegeleicht. Sie müssen nicht gestrichen oder gereinigt werden, Steine können nicht verrotten und trotzen jedem Wetter. Wenn die Drahtkörbe sorgfältig verzinkt sind, kann man getrost von einer nahezu unbegrenzten Haltbarkeit ausgehen.

Die Vorteile von Gabionen lassen sich abschließend wie folgt zusammenfassen: Sie sind kostengünstig und schnell aufgebaut, da kein Fundament nötig ist. Außerdem haben sie eine extrem lange Haltbarkeitsdauer. Sie sind flexibel in Form und Größe und dadurch einsetzbar im Garten-, Landschafts- und Straßenbau. Durch die variablen Füllmaterialien bieten sie einen individuellen Gestaltungsspielraum. Sie sind ökologisch wertvoll, denn als natürliche Bauelemente fügen sie sich in die Landschaft ein. Zudem ist eine Bepflanzung möglich. Schließlich bieten sie trotz Wasser- und Luftdurchlässigkeit hervorragenden Lärm- und Sichtschutz.

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